top of page


„Ich muss noch aufs Feld, es wird gleich dunkel" – warum Menschen mit Demenz in die Vergangenheit reisen
Karl sagt diesen Satz fast jeden Tag. Für ihn ist das keine Erinnerung, die er sich zurechtlegt. Für ihn ist das gerade jetzt real. Der Hof, das Feld, die Arbeit, die noch getan werden muss, bevor die Sonne untergeht. Seine Familie hat lange versucht, ihn zu korrigieren. Papa, der Hof ist doch längst verpachtet. Du bist doch schon so viele Jahre in Pension. Gut gemeint, verständlich, menschlich – und trotzdem hat es nicht geholfen. Im Gegenteil: Je öfter Karl korrigiert wurde
leyroutz
vor 3 Stunden3 Min. Lesezeit


Wenn Liebe staerker ist als Demenz
Es gibt Momente in meiner Arbeit, die mich lange begleiten. Dieser ist einer davon. Eine Frau sitzt mir gegenüber. Sie erzählt vom Alltag mit ihrem Mann – von den kleinen Verlusten, die sich über Monate und Jahre summieren. Von der Harninkontinenz, die inzwischen dazugehört. Von Situationen, die sie herausfordern, die ihr abverlangen, was sie manchmal selbst nicht glaubte aufbringen zu können. Und dann sagt sie, fast beiläufig: „Aber wir kommen gut zurecht. Wir mögen uns eben
leyroutz
27. Juni2 Min. Lesezeit


Wenn Demenz ein junges Gesicht hat
Es gibt Momente in meiner Arbeit, die mich innehalten lassen. Nicht weil ich nicht vorbereitet wäre – sondern weil manche Realitäten einen einfach treffen, egal wie viel Erfahrung man mitbringt. Eine dieser Realitäten begegnet mir gerade in unserer Einrichtung. Eine Frau, Mitte vierzig. Tochter. Vielleicht Partnerin. Auf jeden Fall: Mitten im Leben – und mittendrin in einer Erkrankung, die die meisten Menschen mit dem hohen Alter verbinden. Eine frontotemporale Demenz. Eine d
leyroutz
11. Juni4 Min. Lesezeit


Ein Appell an alle, die Verantwortung tragen
Es gibt Menschen, die monatelang funktionieren. Die organisieren, begleiten, entscheiden, aushalten. Die nachts wach liegen und tagsüber so tun, als wäre alles unter Kontrolle. Die ihre eigenen Bedürfnisse so weit nach hinten schieben, dass sie selbst vergessen haben, dass sie welche haben. Diese Menschen heißen Angehörige. Und sie kommen zu Ihnen. Sie kommen in Begutachtungen, in Aufnahmegespräche, in Pflegegeldverfahren. Sie sitzen Ihnen gegenüber – erschöpft, oft am Limit,
leyroutz
5. Juni3 Min. Lesezeit

Christine
Leyroutz
bottom of page

